Unsere Top Ten – Belletristik

Unsere Empfehlungen für Sie!

Platz 1

Im Sommer 2018 zieht die alle zehn Jahre stattfindende Wallfahrt zum Revolver Christi so viele Besucher an wie nie zuvor. Ausgestellt ist neben der Reliquie in der Kathedrale auch eine der drei erhaltenen Ikonen des Christus an der Waffe. 110 Jahre nach dem Tod eines Elektrikerlehrlings, den man mit einem Kopfschuss aus dem Revolver Christi getötet auf den Stufen des Chorraums auffand, fällt in der Kathedrale erneut ein Schuss..

Platz 2

Eigentlich sollte Valeria im tabaccaio nur Zigaretten für ihren Mann besorgen – kauft dann aber verbotenerweise ein schwarzes Notizheft und ahnt nicht, welche Konsequenzen dies haben würde. Es sind die Nachkriegsjahre in Rom, und Valeria führt das bescheidene und unscheinbare Leben einer Frau der Mittelschicht. Sie ist Mutter, Gattin und Büroangestellte. Mehr sieht niemand in ihr, seit Jahren hat sie ihren eigenen Namen nicht gehört, sogar ihr Mann nennt sie »mamma«. Doch als sie beginnt, in das Notizheft zu schreiben, verändert sich allmählich etwas in Valeria. Sie sondiert ihr Inneres, geht auf die Suche nach ihren eigenen Sehnsüchten und Ängsten. Irgendwann beginnt sie, sich kleiner Lügen zu bedienen, sich heimlich mit ihrem Chef zu treffen und die Forderungen ihrer Kinder zu übergehen. Bis sie glaubt, einen Schritt zu weit gegangen zu sein

Platz 3

Ein Sizilianer von festen Prinzipien versammelt zwei erstmals ins Deutsche übersetzte Texte Sciascias, als Hommage zu seinem 100. Geburtstag: „Tod des Inquisitors“ war ihm sein liebstes, da unabgeschlossenes Werk. Der rebellische Augustinermönch Fra Diego La Matina aus Racalmuto schafft es zu Zeiten der sizilianischen Inquisition auf Sizilien, seinen Peiniger, den Inquisitor Cisneros mit eisernen Handschellen umzubringen. „Der Mann mit der Sturmmaske“ schließt sich – Folter und Terror – thematisch eng an, wenn auch in den 70er Jahren des 20. Jh. in Chile spielend: Hier geht es um das Schreckgespenst der totalen Willkür der Gewaltherrschaft nach dem Militärputsch von Pinochet. Die katholische Kirche und das Geständnis, die philosophische Frage nach „der“ Wahrheit, die Freiheit des Individuums und die Mechanismen der Macht bleiben als Hintergrund immer präsent.

Platz 4

Als Ipek für ein verlängertes Wochenende ihren Vater besucht, weiß sie, dass er auf dem Bahnhofsplatz im Auto auf sie warten und sie nicht am Zug empfangen wird. Im Elternhaus angekommen sitzt sie in ihrem früheren Kinderzimmer, hört ihn im Garten, im Haus, beim Teekochen. Die Nähe, die Kind und Vater verbunden hat, ist ihnen mit jedem Jahr ein wenig mehr abhandengekommen, und mit der Nähe die gemeinsame Sprache. Ipek ist Journalistin, sie hat das Fragenstellen gelernt, aber gegenüberdem Schweigen zwischen ihr und dem Vater ist sie ohnmächtig.

Platz 5

Wolf und Katja, ein Paar mit mittlerem Einkommen und mittleren Aussichten. Er, ein Fotograf, der mit seinen Aufträgen manchmal Glück hat und manchmal nicht. Sie, eine Architekten-Büroleiterin, die selbst gern Häuser bauen würde.Urlaub möchten sie machen, Rom soll es sein, mit dem Nachtzug ab München. Als der Zug in Österreich in einen Zugstau gerät, droht der Urlaub zu scheitern, bevor er angefangen hat. Aber Katja will um jeden Preis nach Rom, und wenn sie dorthin laufen muss. Die beiden ahnen nicht, in was sie hineingeraten, als sie Katjas Plan umsetzen.

Platz 6

Der Welterfolg von Tschingis Aitmatow – magisch illustriert von Kat Menschik.Als sie Danijar singen hört, verändert sich Djamilas Blick auf ihn – und ihr Leben: Im Lied des verschlossenen Kriegsinvaliden offenbaren sich tiefe Sehnsucht, Schmerz und die Liebe zur Welt. Wie durch Zauber erhellt seine Stimme die sommerliche Augustnacht in den Bergen Kirgisiens. Djamila, deren Mann kurz nach der Hochzeit in den Krieg gezogen ist, beginnt, sich rettungslos in ihn zu verlieben.Auch für Said, den 15-jährigen Schwager und ständigen Begleiter Djamilas, ändert sich vieles. Er sieht die verbotene Liebe wachsen, bewahrt aber das Geheimnis für sich. Über Danijars Gesang findet er Zugang zu seiner künstlerischen Natur als Maler und verfolgt staunend mit, wie die Verliebten den von allen anderen für unüberwindbar gehaltenen Gesetzen der Tradition entgegentreten.Als Djamilas Ehemann zurückkehrt, flieht das Liebespaar aus dem Dorf – und auch für den jungen Said ist der Moment des Abschieds und Aufbruchs in die Welt gekommen

Platz 7

Man mache die eigene Person zur Linse, um sich selbst im klaren Licht zu erblicken, aber auch das, was einem zustößt. Das ist die ungewöhnliche Perspektive, mittels derer Marc Degens ein Stück Klatsch aus der intellektuellen Gegenwart Berlins in eine autobiografische Operation am offenen Herzen verwandelt. Seine Bühne ist der Kreis um Katharinaund Michael Rutschky, in dessen vor zwei Jahren ver öffentlichten Tagebüchern der Autor sich selbst wiederfand, eher erschrocken als geschmeichelt.

Platz 8

»RRRRRRINNNNNNGRRRRINNNGGGGRRRIINNNGGG

Und da war er wieder, der Klang, der alles kaputt macht, der Weckruf für Träumer, das Zeichen für den Beginn der erhöhten Konzentration, der krähende Hahn, die Erinnerung daran, warum man eigentlich auf diesem Hof zusammen abhängt, weil man nämlich ein Schulkind ist und Schulkinder gehen, ja genau, in die Schule!«

Ein illustriertes Kinderbuch über Gentrifizierung, Freundschaft und den ganzen Rest.

Platz 9

Candace Chen arbeitet für einen Verlagsdienstleister am Times Square – zuständig für die Herstellung von Themenbibeln in Asien. So hingebungsvoll folgt sie ihren täglichen Routinen, dass sie erst gar nicht bemerkt, wie tödliche Pilzsporen über New York hereinbrechen – ins Land gekommen durch billige, in China hergestellte Konsumgüter. Das Shen-Fieber greift rasant um sich. Geschäfte schließen. U-Bahnen stehen still. Menschen fliehen. Bald ist sie fast ganz allein in New York. Doch dann muss auch Candace die Stadt verlassen und schließt sich einer Gruppe Überlebender an – in Sicherheit ist sie damit aber noch lange nicht, wie sie bald erfahren wird.

Platz 10

Kopenhagen, 1968: Lise Mundus, Autorin und Mutter dreier Kinder, entgleitet ihr Alltag. Sie meint, Stimmen zu hören und Gesichter zu sehen. Sie ist überzeugt, dass ihr Mann, der extravagant untreu ist, sie betrügt und verlassen wird. Vor allem aber hat sie Angst, dass sie nie wieder schreiben wird. Als sie in die Klinik geht und sich behandeln lässt, fragt sie sich, ob der Wahnsinn wirklich etwas ist, wovor sie sich fürchten muss – oder ob er nicht auch eine Form von Freiheit für sie bereithält. In »Gesichter« macht Tove Ditlevsen die Verschiebungen in der Wahrnehmung einer Frau, die seelisch erkrankt, mit literarischen Mitteln meisterhaft erfahrbar.

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